Historie des Schützenvereins Eschenbruch

Von der Gründung bis zum 2. Weltkrieg

Das wahrscheinliche Gründungsjahr des Eschenbrucher Schützenvereins, das Jahr 1879, ist, genau wie fast alle Ereignisse aus der Frühgeschichte des Vereins, nicht mehr mit Urkunden oder anderen Dokumenten zu belegen. Die entsprechenden Daten wurden von unseren Vorfahren mündlich überliefert.

Aber bereits vor dem mündlich überlieferten Gründungsjahr muss es in Eschenbruch eine Schützentradition gegeben haben und das ist in diesem Fall auch urkundlich zu belegen. In der Festschrift zum 100-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1979 berichtet der damalige Leiter des Blomberger Stadtarchivs, Herr Walter Eggert, über seine Nachforschungen hinsichtlich der Gründung des Eschenbrucher Schützenvereins.


>> … aus dem Jahr 1839, als die Landwehr und der Landsturm bereits die militärischen Aufgaben der Schützen übernommen hatten, liegt ein Schriftwechsel im Niedersächsischen Stadtarchiv Bückeburg über die Zuständigkeit bei der polizeilichen „Erlaubnis zu Schützenfesten und dergleichen Belustigungen“ im Oberamt Blomberg vor, in dem auch Eschenbruch namentlich genannt wird.<<

In Großenmarpe hatte am 2. Pfingsttag ein „Scheibenschießen“ und am 26. Mai 1839 ein „Schützenbier mit Musik und Tanz“ statt-gefunden. Zu beiden Veranstaltungen wurde keine Erlaubnis vom Amt eingeholt. Der „Schützenleiter“, der Zimmermann Schäfer, erklärte auf Befragen, dass der „Hoheitscommissair“ nichts zu erinnern gehabt hätte. Nach Auffassung de Amtes hätte der „Hoheitscommissair“ aber die Schützen zur Einholung der Genehmigung an das Amt Blomberg verweisen müssen. Diesen Bericht schickte das Oberamt Blomberg an seinen Dienstheeren, die Fürstlich Schaumburg-Lippische Regierung und fügte unter der Unterschrift noch hinzu:


>>Nachträglich bemerken wir. dass die jungen Burschen zu Eschenbruch, Maspe und Istrup bei uns die Erlaubnis zu einem Scheibenschießen erbeten haben und ihnen solche von uns erteilt ist<<


Mündlich überliefert ist, dass in den Jahren 1900, 1908 und 1912 Schützenfeste gefeiert wurden und auch die Namen der jeweiligen Königspaare sind bekannt.


  • 1900: August Brinks und Anna Wortmann

  • 1908: Friederich Stolte und Lina Brinks

  • 1912: Wilhelm Wortmann und Minna Sprute

Fotos oder schriftliche Unterlagen zu diesen Festen sind leider nicht mehr vorhanden.

Schuetzenfest 1920
Schützenfest 1920 (Foto: Sammlung Heinrich Brinks)

Während der Zeit des 1.Weltkrieges ruhte das Vereinsleben, aber bereits im Jahr 1920 feierte der Schützenverein Eschenbruch wieder ein Schützenfest.

1920
Schützenfest 1920 (Foto: Sammlung Heinrich Brinks)

Von diesem Schützenfest existiert ein Foto, auf dem Eschenbrucher Schützen mit Anzug, Hut und Lanze angetreten sind. Auch von den folgenden Schützenfesten sind Bilddokumente erhalten geblieben.

Das letzte Schützenfest vor dem Beginn des 2. Weltkrieges wurde im Jahr 1938 gefeiert. König in diesem Jahr wurde Ernst Schäfer und Königin war Ella Frenger.

1938
Schützenfest 1938 (Foto: Privat - D. Dreyer)

Der Verein seit der Neugründung

Der 2. Weltkrieg hatte Deutschland und die ganze restliche Welt bis in Mark erschüttert und in den Wirren des Krieges hatte sich auch der Schützenverein Eschenbruch aufgelöst. Viele der ehemaligen Schützenbrüder waren nicht aus dem Krieg zurückgekehrt und es dauerte lange bis in das Vereinsleben des Dorfes wieder so etwas wie Normalität einkehrte.

Am 22.08.1953 taten sich einige junge und ältere Eschenbrucher zusammen und beschlossen eine Neugründung des Vereins. Man begann bescheiden, aber bereits 1956 wurde wieder ein Schützenfest gefeiert, und zwar in der Scheune des 1. Vorsitzenden Fritz Schlingheider.

1956 Schlingheider
(Foto: Privat Wortmann)

Die Schützenfeste in den Jahren 1958 und 1961 fanden als Zeltfeste auf einer Wiese nahe dem Hof Schlingheider statt. Da der Verein auch im Jahr 1963 noch kein Festgelände gefunden hatte, wurde das Schützenfest auf dem Saal der Gaststätte Sprute gefeiert. Da sich diese Räumlichkeiten jedoch als zu beengt erwiesen, wich man 1966 wieder auf den Festplatz aus.

In den folgenden Jahren bemühte sich der Vorstand intensiv um eine dauerhafte Lösung, so dass das Schützenfest zum 90-jährigen Bestehen des Schützenvereins im Jahr 1969 dann endlich dort gefeiert werden konnte, wo die Feste auch heute noch stattfinden, auf dem Festplatz „Unter den Eichen“. Im Laufe der Jahre wurden ein Geräte- und ein Toilettenhaus gebaut und die gesamte Anlage kontinuierlich verschönert und erweitert.

Auch das Problem des Schießstandes bekam der Vorstand bald in den Griff. Da der Verein in den 50er und 60er Jahren über keinen Luftgewehr-Schießstand verfügte, fanden die Preisschießen noch auf dem Saal Sprute beziehungsweise an der Scheune der Gaststätte Middeke statt. Nach Absprache mit der Familie Sprute wurde dann unter dem Festsaal in Eigenleistung ein Schießstand gebaut, der am 08.04.1972 eingeweiht werden konnte. Nachdem der Saal samt Clubraum und Schießstand in den Jahren 1993 und 1994 umgebaut und vollständig renoviert wurde, steht dem Schützenverein heute eine Luftgewehr Schießanlage mit drei Bahnen zur Verfügung, die auch eifrig genutzt wird.

Vorstände des Schützenvereins seit der Neugründung 1953

1. Vorsitzender 1953 – 1974 Fritz Schlingheider
1974 – 1994 Dieter Dreyer
1994 – 2006 Horst Schäfersmeier
2006 - Andreas Pulver
1. Schriftführer 1953 – 1958 Willy Chastenier
1958 – 1960 Fritz Brunsmeier
1960 – 1964 Werner Kaufeld
1964 – 1998 Hans Becker
1998 - Ralf Kaufeld
1. Kassierer 1953 – 1955 Otto Wortmann
1955 – 1957 Max Schrade
1957 – 1966 Gerd Wallbaum
1966 – 1974 Dieter Dreyer
1974 - 1982 Herbert Schröder
1982 – 1988 Bernd Kaufeld
1988 – 2006 Thomas Wessel
2006 - 2014 Stefan Wallbaum
  2014 - Dirk Vehmeier
Oberst 1953 – 1957 Rudolf Schlichte
1957 – 1961 Paul Wortmann
1961 – 1988 Ernst-Wilhelm Schlichte
1988 - 2016 Bernd Kaufeld
  2016 - Jens Klusmeier